Wesentest

Am Samstag hat Easy den sog. Wesenstest des DRC absolviert und bestanden.

wesen

 

Der Wesenstest soll dazu dienen, einen Eindruck von dem Hund zu bekommen in hinblick auf geforderte, gewünschte und unerwünschte „Eigenschaften“. Dazu werden verschiedenen Situationen kreiert, in denen der Hund dann ein Verhalten zeigt, welches wiederum dann interpretiert wird. Es ist also eigentlich ein Verhaltenstest, und sollte besser auch so heißen.

Der DRC schreibt dazu auf seiner homepage: (Zitat)

„Der Retriever soll ein idealer Familienhund und ein vorzüglicher Apporteur sein, der allen erdenklichen Alltagssituationen sicher gewachsen ist. Seine Freundlichkeit und Sicherheit im Umgang mit Menschen sind unverzichtbare Rassemerkmale. Da sich neben den physischen Anlagen (wie Körperbau, Aussehen, Gesundheit etc.) auch wesensmäßige Anlagen vererben können, kommt der Feststellung des Wesens eines Zuchthundes eine wichtige Bedeutung zu.   ……………

Zum Wesenstest sollte der Hund von seiner Bezugsperson, also der Person, zu der er das größte Vertrauen hat, vorgestellt werden. Während des gesamten Wesenstests bewegt sich der Hund frei – also ohne Leine und ohne spezielle Kommandos. Der Test besteht aus folgenden Elementen:

  • Spaziergang mit dem Hund über eine Wiese / ein Feld
  • Spaziergang durch eine Gruppe von fremden Menschen
  • Spiel Besitzer — Hund
  • Spiel einzelner fremder Menschen mit dem Hund
  • Verhalten in der Menschenmenge
  • Verhalten gegenüber optischen und akustischen Reizquellen
  • Schusstest

“ (Zitat Ende)

Die Ergebnisse (oder die Interpretationen des Richters) werden in entsprechende Bögen eingetragen, den Beurteilungsbogen habe ich oben eingestellt.

Dann wird das Ganze noch versprachlicht:

Temperament, Bewegungs- und Spieltrieb:
Die 13 Monate alte Golden Retriever Hündin zeigte bei der Chipkontrolle starke Stressreaktion, das Bewegungsverhalten ist in ausgeprägter Form vorhanden, sie ist temperamentvoll, das Spielverhalten ist gut sichtbar geworden.Beute- und Bringtrieb, Spür- und Stöbertrieb:
Das Beuteverhalten ist in extrem ausgeprägter Form vorhanden, sie trägt u. trägt zu.

Unterordnung und Bindung:
Sie hat eine gute Bindung u. Unterordnungsbereitschaft.

Sicherheit gegenüber Menschen, Kreisprobe, Rückenlage:
Im Umgang mit fremden Personen leichte Unsicherheit, beim Spielen distanzlos, in der Seitenlage widerstrebend, in der Gasse leichte Unsicherheit, sie erholt sich.

Sicherheit gegenüber optischen und akustischen Reizen:
Im akustischen Bereich sicher, im optischen Bereich leicht unsicher.

Schussfestigkeit:
Die Hündin ist schusssicher.

Richter: Karrenberg

Hier sieht man schön, dass es sich im Grunde um Interpretationen handelt. Die „starke Stressreaktion“ war aus meiner Sicht ein Zurückweichen, als der Richter groß und ungestüm mit einem für den Hund unbekanntem kleinen Kästchen (das Chiplesegerät) auf den Hund zu geht. Fand ich da eine gute und angemessenen Reaktion, so eher nach dem Motto: „was kommt denn da für ein ungehobelter Kerl, den schau ich mir erstmal in Ruhe an“. Als Herr Karrenberg sich dann etwas gemäßigt hatte und Easy freundlich ansprach, hatte sie überhaupt kein Problem damit, zu ihm zu gehen und den Chip auslesen zu lassen. Man könnte das natürlich auch vorher üben; dann ist der Sinn des Testes aber restlos flöten! Das „beim Spielen distanzlose“ ist richtig, liegt daran, dass ich Easy beim Spielen bestärkt habe, ein bisschen aufzudrehen, da sie da, als sie klein war, etwas zurückhaltend wirkte. Ich baue das jetzt wieder ab. Ansonsten eine nachvollziebare Bewertung, die gute Anlagen attestiert.

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